Unsere Loge

friedrich-der-grosse-01Unsere Johannisloge "Friedrich zur Beständigkeit" gehört zu den kleinen Bauhütten im Verbund der Großen National-Mutterloge "Zu den 3 Weltkugeln". Vor mehr als 60 Jahren hatte eine Gruppe Braunschweiger Freimaurer die Gelegenheit genutzt, nach dem Ende der dunklen Zeit in damaligen Deutschen Reich wieder eine Johannisloge in Braunschweig unter dem Dach der Großen National-Mutterloge "Zu den 3 Weltkugeln" zu gründen: "Friedrich zur Beständigkeit". Die am Beginn des vorigen Jahrhunderts in Braunschweig entstandene Johannisloge "Friedrich zur Einheit" war dem von den Nationalsozialisten im Jahr 1935 erlassenen Verbot jeglicher freimaurerischen Tätigkeit zum Opfer gefallen. Weshalb die Brüder nach dem Kriege die Johannisloge "Friedrich zur Einheit" nicht wiederbelebten, ist nicht überliefert. Am 18. Oktober 1950 war in unserem alten Logenhaus am Löwenwall 9 Lichteinbringung für die Johannisloge "Friedrich zur Beständigkeit".

Die Braunschweiger Brüder fühlen sich dem Preußenkönig Friedrich II. (später Friedrich der Große), dem Stifter unserer Großen National-Mutterloge "Zu dem 3 Weltkugeln", eng verbunden. Zurecht: Friedrichs freimaurerische Wurzeln sind in Braunschweig. In der Nacht zum 15. August 1738 wurde der Kronprinz in einem Hinterzimmer der Korn`schen Gaststätte an der Breiten Straße zum Freimaurer. Der Stuhlmeister der renommierten Hamburger Loge "Absalom", Baron Georg Ludwig von Oberg, nahm als Leiter einer Freimaurer-Delegation den jungen Friedrich in den Freimaurerbund auf. Der 26-jährige künftige Monarch war im toleranten Geiste des Freimaurerbundes und der ihn umgebenden Aura von Geheimnis und Verschwiegenheit erzogen worden.

Wenig später übernahm Friedrich in der von ihm in Rheinsberg ins Leben gerufenen Hofloge das Amt des Meisters vom Stuhl. Zwei Jahre nach seiner Aufnahme in den Bund gründete Friedrich II. unsere Große National-Mutterloge "Zu den 3 Weltkugeln".

Noch heute, 277 Jahre nach der Aufnahme Friedrichs des Großen, ist dieses Ereignis fester Bestandteil unseres maurerischen Jahresablaufs. Möglichst nah dem Datum 14. August treffen sich die Brüder von „Friedrich zur Beständigkeit“ zwanglos zum Friedrichstag. Ein Bruder hält einen kurzen Vortrag passend zum Thema, Gespräche über Friedrich schließen sich an. Bedauerlicherweise gibt es die Korn`sche Gaststätte nicht mehr. Das Gebäude wurde während des Bombenhagels im Oktober 1944 zerstört.

Die Entwicklung im Nachkriegs-Braunschweig verlief überraschend. Die Eigentumsverhältnisse unseres Logenhauses am Löwenwall veränderten sich grundlegend. Eigentümer war von jetzt an eine AFAM-Loge. Die Brüder von „Friedrich zur Beständigkeit“ waren nur noch Mieter. Als weiterer Mieter zog später eine Loge des Freimaurer-Ordens in das Haus ein.

Die ehemaligen Hausbesitzer fanden sich mit der veränderten Situation ab und entschieden sich für eine Partnerschaft mit den „Neuen“. Schon bald waren sich die drei Logen einig: Kein Streit, sondern freundschaftliche, brüderliche Zusammenarbeit. Es entstand das sogenannte Braunschweiger Modell. Längst hat diese Form des Zusammengehens von Logen unterschiedlicher Obödienz bundesweite Vorbildfunktion. Am Beginn eines jeden Arbeitsjahres nach der Sommerpause steht eine Gemeinschaftsarbeit, zu deren Gelingen jede Loge ihren Teil beiträgt.

Alle Freimaurer-Logen haben die selben Ziele: Brüderlichkeit, Toleranz, Humanität.